Das Wichtigste in Kürze Ein CRM sorgt dafür, dass keine Anfrage verloren geht: jeder Kontakt, jeder Rückruf und jedes Angebot an einem Ort. Für Autohäuser gibt es vier Arten von Lösungen: Tabellen, Branchensoftware für den Kfz-Handel, Allround-CRMs und einfache Lead-Postfächer. Das beste System ist das, das dein Team täglich wirklich nutzt. Unten findest du jede Art mit Stärken und Grenzen, eine Empfehlung nach Betriebsgröße und eine Checkliste für die Auswahl. Preise bitte aktuell beim Anbieter erfragen. Wir haben mit keinem genannten Anbieter eine Geschäftsbeziehung.
Woran du merkst, dass du ein CRM brauchst
- Anfragen liegen in E-Mail, WhatsApp, Portal und Zettel verteilt
- Niemand weiß sicher, wer wen wann zurückgerufen hat
- Angebote werden nicht nachgefasst, siehe Nachfassen im Verkauf
- Du kannst nicht sagen, welcher Kanal wie viele Ankäufe gebracht hat
1. Tabelle (Excel, Google Sheets)
Stärken: kostenlos oder günstig, sofort startklar, flexibel.
Grenzen: keine Erinnerungen, keine automatische Übernahme von Anfragen, für mehrere Personen schnell unübersichtlich, Datenschutz schwer sauber umzusetzen.
Passt zu: Gründern und Ein-Personen-Betrieben für die ersten Monate. Als Dauerlösung ab zwei Mitarbeitern im Verkauf meist zu wenig.
2. Branchensoftware für den Kfz-Handel
Händlersoftware und Dealer-Management-Systeme verbinden Bestand, Börsen-Schnittstelle, Verträge und Kundenkontakte. Viele Börsen und Hersteller bieten eigene Händlerwerkzeuge an.
Stärken: versteht Fahrzeuge, Inzahlungnahmen und Kaufverträge, Anfragen aus den Börsen kommen oft automatisch an, alles in einem System.
Grenzen: Kontaktverwaltung und Nachfassen sind manchmal nur Beiwerk, Anfragen aus eigenen Kampagnen müssen teils manuell eingetragen werden, Wechsel ist aufwändig.
Passt zu: den meisten Autohäusern mit eigenem Bestand ab etwa 20 Fahrzeugen, vor allem wenn du die Software für Bestand und Börsen ohnehin nutzt. Prüfe dann zuerst, was dein vorhandenes System schon kann.
3. Allround-CRM (z. B. HubSpot, Pipedrive)
Stärken: starke Kontaktverwaltung, Aufgaben und Erinnerungen, Vertriebsphasen (Pipeline), viele Schnittstellen zu Formularen und Werbeplattformen, gute Auswertungen.
Grenzen: kennt keine Fahrzeuge von Haus aus, Einrichtung braucht Zeit, Kosten steigen mit Nutzerzahl und Funktionsumfang, Serverstandort und Auftragsverarbeitung prüfen.
Passt zu: Autohäusern mit viel Online-Marketing, getrennten Prozessen für Ankauf und Verkauf und jemandem, der das System pflegt.
4. Lead-Postfach im Website-Baukasten oder beim Kampagnenpartner
Stärken: Anfragen aus Formularen kommen automatisch an, Status und Notizen pro Kontakt, kaum Einarbeitung.
Grenzen: meist nur für Anfragen aus einer Quelle, keine vollständige Kundenhistorie.
Passt zu: kleinen Betrieben als Einstieg oder als Ergänzung, solange klar ist, wo die Hauptkundendaten liegen.
Empfehlung nach Betriebsgröße
- Gründer, bis 1 Person im Verkauf: Tabelle oder Lead-Postfach, sauber geführt. Erst wechseln, wenn es weh tut.
- Kleiner Betrieb, 2 bis 3 Personen: prüfen, was deine Händlersoftware kann. Reicht das nicht, ein einfaches Allround-CRM mit wenigen Nutzern.
- Mittlerer Betrieb mit Online-Marketing: Branchensoftware für Bestand plus Allround-CRM für Leads, per Schnittstelle verbunden, oder eine Branchenlösung mit starkem Lead-Modul.
- Größerer Betrieb oder Gruppe: Dealer-Management-System als Basis, CRM-Funktionen dort oder angebunden, klare Zuständigkeit für Pflege.
Checkliste für die Auswahl
- Kommen Anfragen aus Website, Börsen und Meta-Formularen automatisch an?
- Gibt es Erinnerungen für Rückruf und Nachfassen?
- Lassen sich Ankauf und Verkauf getrennt führen?
- Funktioniert es gut auf dem Handy?
- Serverstandort, Auftragsverarbeitungsvertrag, Löschfunktionen, siehe DSGVO für Autohändler
- Kosten pro Nutzer, Laufzeit, Export deiner Daten bei Kündigung
- Testphase mit echten Anfragen, nicht nur Demo
Der wichtigste Tipp
Ein einfaches System, das jeder täglich nutzt, schlägt ein mächtiges, das nach drei Wochen niemand mehr öffnet. Lege vor der Einführung fest: wer trägt was wann ein, und schau zwei Wochen lang jeden Tag gemeinsam drauf. Mehr zur Reaktionszeit in Leads schnell bearbeiten.