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Einkaufsfinanzierung für Autohändler: Für wen sie sich lohnt und welche Banken sie anbieten

Einkaufslinie, Händlereinkaufsfinanzierung, Lagerfinanzierung: wie sie funktioniert, für wen sie sich lohnt, für wen nicht und welcher Anbietertyp zu welchem Autohaus passt.

Einkaufsfinanzierung für Autohändler: Für wen sie sich lohnt und welche Banken sie anbieten
Das Wichtigste in Kürze Eine Einkaufsfinanzierung (auch Einkaufslinie oder Lagerfinanzierung) finanziert Fahrzeuge, bis sie verkauft sind. Sie lohnt sich, wenn du mehr gute Fahrzeuge einkaufen könntest, als dein Eigenkapital erlaubt, und deine Standzeiten im Griff hast. Sie schadet, wenn Langsteher die Zinsen in die Höhe treiben. Unten findest du die Funktionsweise, eine ehrliche Selbstprüfung, die Anbietertypen mit Stärken und Schwächen und eine Entscheidungshilfe nach Autohaus-Typ. Konditionen sind bonitätsabhängig und ändern sich: Angaben nach Stand Oktober 2026 laut Anbieterseiten, keine Finanzberatung. Wir haben mit keinem der genannten Anbieter eine Geschäftsbeziehung.

Wie funktioniert eine Händlereinkaufsfinanzierung?

Die Bank stellt dir einen Rahmen bereit. Du kaufst ein Fahrzeug, die Bank finanziert es. Wird es verkauft, löst du den Betrag ab. Dazwischen zahlst du Zinsen und je nach Modell Tilgungen nach festen Fristen. Als Sicherheit wird häufig die Zulassungsbescheinigung Teil II hinterlegt.

Ehrliche Selbstprüfung: Lohnt sich das für dich?

Eher ja, wenn

  • du regelmäßig gute Ankaufschancen verlierst, weil Liquidität fehlt
  • deine Fahrzeuge sich schnell drehen, siehe Standtage reduzieren
  • du deinen Rohertrag pro Fahrzeug kennst, siehe KPIs
  • du einen planbaren Einkaufskanal hast

Eher nein, wenn

  • viele Langsteher auf dem Hof stehen: Dann verschärft Fremdkapital das Problem
  • du ohne Kennzahlen einkaufst
  • deine Marge pro Fahrzeug so knapp ist, dass Zinsen sie auffressen

Rechenbeispiel

Beispielwerte: Ein Fahrzeug für 15.000 € steht 45 Tage. Bei einem angenommenen Zins von 6 % p. a. kostet das rund 111 € Zinsen. Bei 120 Tagen schon rund 296 €. Die Standzeit entscheidet mehr als der Zinssatz.

Die Anbietertypen im Vergleich

Spezialisierte Händlerbanken (z. B. BDK Bank)

Die BDK finanziert laut Anbieterseite Vorführ-, Neu- und Gebrauchtwagen sowie Händlererstzulassungen, mit einheitlicher, bonitätsabhängiger Kondition für alle Fabrikate. Erste Tilgung bei nicht zugelassenen Fahrzeugen beispielsweise erst nach 180 Tagen in Höhe von 20 Prozent. Dazu ein Allfinanzkonzept.
Stärken: kennt den Kfz-Handel, markenunabhängig, Kombination mit Absatzfinanzierung. Schwächen: Prüfung und Unterlagen aufwändiger als ein Online-Produkt. Passt zu: etablierten freien Händlern und Mehrmarkenbetrieben.

Kfz-Handelsbanken mit Online-Fokus (z. B. Creditplus, Consors Finanz)

Creditplus bietet eine Händlereinkaufsfinanzierung (HEF) für Kfz- und Motorradhandel. Consors Finanz nennt mit „Smart Finanz“ laut Anbieterseite eine Linie ohne Unterscheidung zwischen Neu- und Gebrauchtwagen, mit Online-Tool und Zinserstattungsmodell.
Stärken: digitale Abwicklung, oft gut kombinierbar mit Kundenfinanzierung über denselben Anbieter. Schwächen: Bedingungen an Fahrzeugalter und Laufzeit genau lesen. Passt zu: freien Händlern, die ohnehin Kundenfinanzierung anbieten wollen.

Sparkassen und Hausbanken

Viele Hausbanken bieten Einkaufs- und Absatzfinanzierung an, siehe den Sparkassen-Ratgeber.
Stärken: bestehende Beziehung, kurze Wege, persönlicher Ansprechpartner. Schwächen: nicht jede Hausbank kennt die Besonderheiten des Fahrzeughandels, Kreditrahmen ist oft an deine übrige Bonität gekoppelt. Passt zu: kleineren Händlern mit guter Hausbank-Beziehung und Gründern mit Businessplan.

Herstellerbanken

Markenhändler finanzieren oft über die Bank ihres Herstellers. Stärken: abgestimmt auf Neu- und Vorführwagen der Marke. Schwächen: für markenfremde Gebrauchte oft weniger attraktiv. Passt zu: Vertragshändlern, die zusätzlich prüfen sollten, ob für den Gebrauchtwagen-Einkauf eine zweite Linie günstiger ist.

Entscheidungshilfe nach Autohaus-Typ

  • Gründer: zuerst mit Eigenkapital und kleinem Bestand Erfahrung sammeln, dann Hausbank oder Händlerbank anfragen. Banken wollen meist eine Historie sehen.
  • Kleiner freier Händler: Hausbank und eine Händlerbank parallel anfragen, Angebote vergleichen.
  • Mittlerer freier Händler mit Kundenfinanzierung: Händler- oder Kfz-Handelsbank, idealerweise Einkauf und Absatz aus einer Hand.
  • Markenhändler: Herstellerbank für Neuwagen, für Gebrauchte eine markenunabhängige Linie gegenprüfen.

Vergleichskriterien für dein Angebotsgespräch

  • Zinssatz und alle Gebühren
  • Tilgungsfristen und maximale Laufzeit pro Fahrzeug
  • Welche Fahrzeuge (Alter, Kilometer) finanzierbar sind
  • Sicherheiten, z. B. Hinterlegung der Zulassungsbescheinigung Teil II
  • Kündigungsrechte der Bank und was dann mit dem Bestand passiert
  • Kombination mit Absatzfinanzierung, siehe Finanzierung verkaufen

Häufige Fragen

Brauche ich das als Gründer?

Wo kaufe ich die Fahrzeuge ein?

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